Vorsorge & Selbstbestimmung: Patientenverfügung

18. Februar 2026, 17–19 Uhr, in der Stadtbibliothek Spandau

Was soll­te eine Patienten­verfügung beinhal­ten? Wel­che recht­li­chen Aspek­te sind zu beach­ten? Wel­che wei­te­ren Vor­sor­ge­do­ku­men­te gibt es?

Wenn eine Patienten­verfügung nicht ein­deu­tig ist, ent­schei­den ande­re – oft mit Hightech‑Medizin, selbst wenn der Mensch nicht mehr ansprech­bar ist.
Wie lässt sich qual­vol­le Über­the­ra­pie ver­hin­dern?
Der Vor­trag zeigt, wel­che Gren­zen vie­le Ver­fü­gun­gen haben und wie sie sinn­voll erwei­tert wer­den kön­nen.

Refe­rent: Frank Spa­de

Ort: Stadt­bi­blio­thek Span­dau, 13597 Ber­lin, Carl-Schurz-Stra­ße 13

Anmel­dung: 030 90279–551 oder

Die Teil­nah­me ist kos­ten­los

Vorsorge für die letzte Lebensphase

8. Juni 2026, 10–12 Uhr, im Treffpunkt Freizeit

Wenn eine Patienten­verfügung nicht ein­deu­tig ist, ent­schei­den ande­re – oft mit Hightech‑Medizin, selbst wenn der Mensch nicht mehr ansprech­bar ist.
Wie lässt sich qual­vol­le Über­the­ra­pie ver­hin­dern?
Der Vor­trag zeigt, wel­che Gren­zen vie­le Ver­fü­gun­gen haben und wie sie sinn­voll erwei­tert wer­den kön­nen.

Refe­rent: Frank Spa­de

Ort: Treff­punkt Frei­zeit, 14469 Pots­dam, Am Neu­en Gar­ten 64

Die Teil­nah­me ist kos­ten­los

Vorsorgevortrag in Berlin

25. November 2025, ca. 11:00 bis 12:30 Uhr, ver.di Berlin

Vie­le fra­gen sich: Wie erstel­le ich eine indi­vi­du­el­le und kon­kre­te Patienten­verfügung mit weit­rei­chen­den Festlegungen? Lei­der lie­gen die meis­ten ange­bo­te­nen Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen aus­schließ­lich in der Dia­gno­se­ho­heitDia­gno­se­ho­heit Es braucht medi­zi­ni­sche Exper­ti­se, um eine Dia­gno­se stel­len zu kön­nen. von Ärz­ten und ent­hal­ten Situa­ti­ons­be­schrei­bun­gen, für die ein ethisch han­deln­der Arzt kei­ne Ster­be­ver­zö­ge­rung mehr ein­lei­ten oder fort­füh­ren wür­de. In die­sem Vor­trag ver­glei­chen wir die meist-ver­wen­de­ten Vor­ga­ben, mit Erwei­te­run­gen, die es erlau­ben, eine qual­vol­le Lebens­ver­län­ge­rung abzu­weh­ren. 

Inter­ne Ver­an­stal­tung vor Mit­glie­dern des Senior:innenvorstandes Ber­lin

Woran unser Gesundheitssystem krankt

Seit die Kut­zer-Kom­mis­si­on im Jahr 2004 vier Situa­ti­ons­be­schrei­bun­gen für die Anwend­bar­keit von Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen erar­bei­tet hat, die auf der Web­site des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Jus­tiz (BMJBMJ Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz) ver­öf­fent­licht wur­den, betrach­ten vie­le Men­schen die­se als das Maß aller Din­ge für ihre Vorsorge. Da auch Ver­tre­ter der bei­den gro­ßen Kir­chen in der Kom­mis­si­on betei­ligt waren, kann man anneh­men, dass sie mit den Ergeb­nis­sen auch ein­ver­stan­den waren. Fünf Jah­re spä­ter ver­ab­schie­de­te der Bun­des­tag das Pati­en­ten­ver­fü­gungs­ge­setz, das fest­legt, dass Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen unab­hän­gig von Art und Sta­di­um einer Erkran­kung zu beach­ten sind.

Es ist sehr bedau­er­lich, dass ein Jahr spä­ter die Kir­chen ihre „Christ­li­che Pati­en­ten­vor­sor­ge“ ver­öf­fent­lich­ten, in der sie zwei der vier ursprüng­li­chen Situa­tio­nen – näm­lich schwe­re Hirn­schä­di­gung und fort­ge­schrit­te­ne Demenz – weg­lie­ßen. Dies führ­te dazu, dass in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen immer mehr Men­schen in der letz­ten Lebens­pha­se durch Über­the­ra­pie am Ster­ben gehin­dert wer­den, was ins­be­son­de­re bei Hirn­schä­di­gung und Demenz sehr lan­ge dau­ern kann. Die­se men­schen­un­wür­di­ge Behand­lung führt häu­fig zu Burn­out bei Pfle­ge­kräf­ten und letzt­lich zu deren Kün­di­gung (im Schnitt inner­halb von fünf bis sie­ben Jah­ren), auch des­halb beschäf­ti­gen wir in Deutsch­land über 300.000 aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te.

Neben dem oft nicht enden wol­len­den Leid der Patient:innen in die­sen Situa­tio­nen, ent­ste­hen gera­de für die Schwerst­be­trof­fe­nen aus­ufern­de Kos­ten, die von gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen meist ohne Prü­fung gezahlt wer­den. Es ist daher nicht ver­wun­der­lich, dass sie nun ein hohes Defi­zit mel­den und höhe­re Bei­trä­ge von ihren Mit­glie­dern ver­lan­gen.

Um das Pro­blem an der Wur­zel zu packen, müs­sen wir dafür sor­gen, dass es all­ge­mein erkannt wird, und die Vor­ga­ben des BMJ ver­bes­sert wer­den.

Die Situa­tio­nen des gemein­nüt­zi­gen Pro­jekts Pati­en­ten­sor­ge gUG könn­ten dabei als rich­tungs­wei­sen­de Vor­la­ge die­nen.

Was bringt den Dok­tor um sein Brot? Die Gesund­heit und der Tod.
Drum hält der Arzt, auf das er lebe, uns zwi­schen bei­den in der Schwe­be.

 – Eugen Roth