Vorsorgevortrag in Eberswalde

16. März 2026, 16:30 bis 18 Uhr, Akademie 2. Lebenshälfte

Vie­le fra­gen sich: Wie erstel­le ich eine indi­vi­du­el­le und kon­kre­te Patienten­verfügung mit weit­rei­chen­den Festlegungen? Lei­der lie­gen die meis­ten ange­bo­te­nen Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen aus­schließ­lich in der Dia­gno­se­ho­heitDia­gno­se­ho­heit Es braucht medi­zi­ni­sche Exper­ti­se, um eine Dia­gno­se stel­len zu kön­nen. von Ärz­ten und ent­hal­ten Situa­ti­ons­be­schrei­bun­gen, für die ein ethisch han­deln­der Arzt kei­ne Ster­be­ver­zö­ge­rung mehr ein­lei­ten oder fort­füh­ren wür­de. In die­sem Vor­trag ver­glei­chen wir die meist-ver­wen­de­ten Vor­ga­ben, mit Erwei­te­run­gen, die es erlau­ben, eine qual­vol­le Lebens­ver­län­ge­rung abzu­weh­ren. 

Nach einer Ein­füh­rung in das The­ma wer­den wir eini­ge Stan­dard­si­tua­tio­nen näher betrach­ten. Es wer­den Bei­spie­le gezeigt, wie die Situa­tio­nen indi­vi­du­ell und kon­kret erwei­tert wer­den kön­nen, sodass auch Lai­en ihr Vor­lie­gen erken­nen kön­nen und als Bevoll­mäch­tig­teBevoll­mäch­tig­te Ein/​e Bevollmächtigte/​r ist eine vom Voll­macht­ge­ber beru­fe­ne Per­son, die in Ver­tre­tung der Voll­macht­ge­be­rin oder des Voll­macht­ge­bers ent­schei­den bzw. han­deln kann. den Wil­len der Ver­fü­gen­den ange­mes­sen zur Kennt­nis und Gel­tung brin­gen kön­nen. Im Nach­gang zur Ver­an­stal­tung haben Sie die Mög­lich­keit, vom Dozen­ten eine Vor­sor­ge­map­peVor­sor­ge­map­pe Eine Vor­sor­ge­map­pe ist eine Art Schnell­hef­ter, in der alle wich­ti­gen Vor­sor­ge­do­ku­men­te zusam­men abge­legt sind. Die Map­pe ist mit dem Namen und Geburts­da­tum der betref­fen­den Per­son beschrif­tet. Als ers­tes Doku­ment ist die Patienten­verfügung durch die durch­sich­ti­ge Vor­der­sei­te zu sehen. zu erhal­ten (kos­ten­pflich­tig). Die­se ent­hält Patienten­verfügung, Voll­mach­tenVoll­macht Eine Voll­macht ist ein Doku­ment, das auch form­los erteilt wer­den kann, und aus dem her­vor­geht, wer, in wel­chem Umfang wen, rechts­ge­schäft­lich ver­tre­ten kann. So Bevoll­mäch­tig­te kön­nen ohne rich­ter­li­che Geneh­mi­gung ver­tre­ten. Die Voll­macht soll­te vom Voll­macht­ge­ber mit Datum unter­schrie­ben sein., Not­fall-Hin­weis-Kar­te, vor­aus­schau­en­de Not­fall­pla­nung, Ver­ein­ba­run­gen im Innen­ver­hält­nis, Hin­wei­se für die Erstel­lung eines Tes­ta­ments und Hin­wei­se für die Doku­men­ta­ti­on wei­ter­ge­hen­der Wün­sche (wie Vor­lie­ben für die Ver­pfle­gung, Musik und Medi­en, Spie­le, Wün­sche für die Bestat­tung, etc.).

Ort: Aka­de­mie 2. Lebens­hälf­te, 16225 Ebers­wal­de, Puschk­in­stra­ße 13

Kos­ten: 14 Euro – Zur Anmel­dung …

Sterbefasten – Verzicht auf Essen und Trinken am Lebensende?

6. Dezember 2025, 10:15 bis 11:45 Uhr,
VHS im Bildungsforum Potsdam

Eine natür­li­che, huma­ne und men­schen­wür­di­ge Art selbst­be­stimmt aus dem Leben zu schei­den, ist der Ver­zicht auf Essen und Trin­ken. Das machen Men­schen und Tie­re seit Jahr­mil­lio­nen. In Hos­pi­zen ist das all­täg­li­che Pra­xis. Hun­ger ist kein Schmerz und gegen Durst hilft häu­fi­ges Mund aus­spü­len und gute Mund­pfle­ge. Die­se gewalt­lo­se Metho­de zu ken­nen, kann die Angst vor einem qual­vol­len Lebens­en­de neh­men und die Nut­zung ande­rer Metho­den über­flüs­sig machen. Da sie eini­ge Tage dau­ert, ist ange­mes­se­nes Abschied­neh­men oder auch ein Ument­schei­den mög­lich.

Ort: VHS im Bil­dungs­fo­rum, 14467 Pots­dam, Am Kanal 47, 0331 289‑4563

Gebühr: 9 Euro – Zur Anmel­dung …

Woran unser Gesundheitssystem krankt

Seit die Kut­zer-Kom­mis­si­on im Jahr 2004 vier Situa­ti­ons­be­schrei­bun­gen für die Anwend­bar­keit von Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen erar­bei­tet hat, die auf der Web­site des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Jus­tiz (BMJBMJ Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz) ver­öf­fent­licht wur­den, betrach­ten vie­le Men­schen die­se als das Maß aller Din­ge für ihre Vorsorge. Da auch Ver­tre­ter der bei­den gro­ßen Kir­chen in der Kom­mis­si­on betei­ligt waren, kann man anneh­men, dass sie mit den Ergeb­nis­sen auch ein­ver­stan­den waren. Fünf Jah­re spä­ter ver­ab­schie­de­te der Bun­des­tag das Pati­en­ten­ver­fü­gungs­ge­setz, das fest­legt, dass Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen unab­hän­gig von Art und Sta­di­um einer Erkran­kung zu beach­ten sind.

Es ist sehr bedau­er­lich, dass ein Jahr spä­ter die Kir­chen ihre „Christ­li­che Pati­en­ten­vor­sor­ge“ ver­öf­fent­lich­ten, in der sie zwei der vier ursprüng­li­chen Situa­tio­nen – näm­lich schwe­re Hirn­schä­di­gung und fort­ge­schrit­te­ne Demenz – weg­lie­ßen. Dies führ­te dazu, dass in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen immer mehr Men­schen in der letz­ten Lebens­pha­se durch Über­the­ra­pie am Ster­ben gehin­dert wer­den, was ins­be­son­de­re bei Hirn­schä­di­gung und Demenz sehr lan­ge dau­ern kann. Die­se men­schen­un­wür­di­ge Behand­lung führt häu­fig zu Burn­out bei Pfle­ge­kräf­ten und letzt­lich zu deren Kün­di­gung (im Schnitt inner­halb von fünf bis sie­ben Jah­ren), auch des­halb beschäf­ti­gen wir in Deutsch­land über 300.000 aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te.

Neben dem oft nicht enden wol­len­den Leid der Patient:innen in die­sen Situa­tio­nen, ent­ste­hen gera­de für die Schwerst­be­trof­fe­nen aus­ufern­de Kos­ten, die von gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen meist ohne Prü­fung gezahlt wer­den. Es ist daher nicht ver­wun­der­lich, dass sie nun ein hohes Defi­zit mel­den und höhe­re Bei­trä­ge von ihren Mit­glie­dern ver­lan­gen.

Um das Pro­blem an der Wur­zel zu packen, müs­sen wir dafür sor­gen, dass es all­ge­mein erkannt wird, und die Vor­ga­ben des BMJ ver­bes­sert wer­den.

Die Situa­tio­nen des gemein­nüt­zi­gen Pro­jekts Pati­en­ten­sor­ge gUG könn­ten dabei als rich­tungs­wei­sen­de Vor­la­ge die­nen.

Was bringt den Dok­tor um sein Brot? Die Gesund­heit und der Tod.
Drum hält der Arzt, auf das er lebe, uns zwi­schen bei­den in der Schwe­be.

 – Eugen Roth

Individuelle Patientenverfügung

15. Oktober 2025, 19:00 bis 20:30, Selbsthilfetreffpunkt Spandau

Die Pati­en­ten­ver­fü­gungs­vor­ga­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Jus­tiz wer­den oft als ver­läss­lich für die eige­ne Vorsorge betrach­tet – sind aber häu­fig nicht detail­liert genug. Dar­um wer­den Men­schen in der letz­ten Lebens­pha­se oft noch durch kos­ten­in­ten­si­ve Über­the­ra­pie am Ster­ben gehin­dert, was ins­be­son­de­re bei Hirn­schä­di­gung oder Demenz lan­ge dau­ern kann und eine sehr gro­ße Belas­tung für die Betrof­fe­nen und deren Ange­hö­ri­ge dar­stellt. Bei die­sem Vor­trag erfah­ren Sie, wie eine indi­vi­du­ell-kon­kre­te Patienten­verfügung aus­se­hen und was sie leis­ten kann.

Ort: Selbst­hil­fe­treff­punkt Mau­er­rit­ze der casa e. V.
13597 Ber­lin (Span­dau), Mau­er­stra­ße 6

Gebühr: 3 Euro – Zur Anmel­dung …