Warum eine Patientenverfügung im Krankenhaus oft nicht wirkt

Es kommt regelmäßig vor, dass Patientenverfügungen missachtet werden

Ein voll­stän­dig aus­ge­füll­tes Pati­en­ten­ver­fü­gungs­for­mu­lar ist jedoch lei­der kein Garant dafür, dass sie auch hand­lungs­wei­send wird. Pfle­ge­un­ter­neh­men sind immer wie­der bereit, gegen Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen zu ver­sto­ßen, wie aus einer bun­des­wei­ten Umfra­ge des Pal­lia­tiv­me­di­zi­ners Mat­thi­as Thöns her­vor­geht. Von 155 Pfle­ge­diens­ten, die auf sei­ne schrift­li­che Anfra­ge geant­wor­tet hat­ten, erklär­ten sich 140 bereit, einen unheil­bar kran­ken Pati­en­ten, gegen den in sei­ner Patienten­verfügung doku­men­tier­ten Wil­len, mit künst­li­cher Beatmung am Leben zu erhal­ten. „Das spricht sehr für die Ver­mu­tung, dass weder Pati­en­ten­wil­le noch Pati­en­ten­wohl bei der Fort­set­zung der Beatmung aus­schlag­ge­bend waren“, kom­men­tiert Mat­thi­as Thöns. Es sei­en nicht zuletzt wirt­schaft­li­che Fehl­an­rei­ze, die zu sol­chen „Ange­bo­ten“ führ­ten. Die außer­kli­ni­sche Inten­siv­pfle­ge in Hei­men, Beatmungs-WGs (meh­re­re Pati­en­ten woh­nen zusam­men in einer Woh­nung und wer­den dort dau­er­haft beatmet) und Zuhau­se gilt als größ­ter Wachs­tums­markt im Gesund­heits­we­sen. Im Jahr 2003 wur­den 500 Pati­en­ten, im Jahr 2015 schon 15.000 Pati­en­ten inva­siv beatmet, bei jähr­li­chen Kos­ten von 250.000 bis 360.000 Euro pro Pati­ent.

Quel­le: www.quarks.de

Der verlorene Patient

Wie uns das Geschäft mit der Gesundheit krank macht

von Dr. med. Umes Aru­na­gi­ri­nathan

Der verlorene Patient

Dr. med. Umes Aru­na­gi­ri­nathan wur­de 1978 auf Sri Lan­ka gebo­ren und kam als 13-jäh­ri­ger unbe­glei­te­ter Flücht­ling nach Deutsch­land. Er stu­dier­te in Lübeck Medi­zin und wur­de an der Uni­ver­si­tät Ham­burg pro­mo­viert. Er war Assis­tenz­arzt am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg-Eppen­dorf und arbei­te­te in der Kli­nik für Kar­dio­chir­ur­gie in Bad Neu­stadt an der Saa­le sowie an der Cha­ri­té Ber­lin. Dr. med. Umes Aru­na­gi­ri­nathan ist Fach­arzt für Herz­chir­ur­gie und heu­te als Funk­ti­ons­ober­arzt im Kli­ni­kum Links der Weser in Bre­men tätig.

Er schlägt in die­sem SPIE­GEL-Best­sel­ler Alarm. Klar und authen­tisch benennt er die Miss­stän­de und zeigt auf, was sich ändern muss – damit das Wohl der Pati­en­ten im Mit­tel­punkt steht, nicht der Pro­fit.

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Sterbefasten

Fallbeispiele zur Diskussion über den Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit

Sterbefasten – Fallbeispiele
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von Peter Kauf­mann, Manu­el Trach­sel, Chris­ti­an Walt­her

Peter Kauf­mann, Publi­zist, Prä­si­dent des Stif­tungs­rats pal­li­a­cu­ra, Zürich. Manu­el Trach­sel, PD Dr. med. Dr. phil., Lei­ter der Abtei­lung Kli­ni­sche Ethik am Uni­ver­si­täts­spi­tal und an den Uni­ver­si­tä­ren Psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken Basel, Pri­vat­do­zent am Insti­tut für Bio­me­di­zi­ni­sche Ethik und Medi­zin­ge­schich­te, Uni­ver­si­tät Zürich. Chris­ti­an Walt­her, Neu­ro­bio­lo­ge i. R., vor­mals ehren­amt­li­cher ambu­lan­ter Hos­piz­hel­fer bei den Johan­ni­tern in Mar­burg.

Dankenswerte Aufklärung über einen humanen und natürlichen Weg

Das neue Buch zum The­ma Ster­be­fas­ten hilft Vor­ur­tei­le aus­zu­räu­men und ein Gefühl dafür zu bekom­men, dass der Ver­zicht auf Nah­rung und Flüs­sig­keit gut vor­be­rei­tet wer­den soll­te. Die Fall­bei­spie­le zei­gen sehr deut­lich, dass Pro­ble­me gera­de dann ent­ste­hen, wenn die­ser Weg unter fal­schen Vor­stel­lun­gen und ohne Vor­be­rei­tung began­gen wird und zu Pro­ble­men füh­ren kann, die dann fälsch­li­cher­wei­se der Metho­de als sol­cher ange­las­tet wer­den.

Ver­zicht auf Nah­rung und Flüs­sig­keit ist ein natür­li­cher Pro­zess, der am Lebens­en­de von vie­len Lebe­we­sen erlebt wird. Der vor­sätz­li­che Ver­zicht ist im eigent­li­chen Sin­ne kein Sui­zid, weil es kein aggres­si­ver Akt gegen sich selbst ist, son­dern ein fried­li­cher Weg das Lebens­en­de her­bei­zu­füh­ren. Eine ärzt­li­che Unter­stüt­zung ist hier­bei i. d. R. nur erfor­der­lich, wenn die Grund­er­kran­kung es erfor­der­lich macht.

Es ist auf jeden Fall anzu­ra­ten, sich mit dem Haus­arzt im Vor­we­ge dar­über zu unter­hal­ten, auch um sich über Mög­lich­kei­ten der Leid­lin­de­rung zu infor­mie­ren, die es mög­lich erschei­nen las­sen, das Leben noch eine Wei­le nut­zen zu wol­len. Eine ärzt­li­che Unter­stüt­zung in der End­pha­se, dürf­te bei schwer­kran­ken und evtl. hoch­be­tag­ten Men­schen, die lebens- und/​oder lei­dens­s­att sind, beim Arzt zu kei­nen Gewis­sens­kon­flik­ten füh­ren.

Die Fall­bei­spie­le las­sen ins­ge­samt ein eher posi­ti­ves Bild des Ster­be­fas­tens ent­ste­hen, was aber auch dem Umstand geschul­det ist, dass der Kör­per nach eini­gen Tagen Glücks­hor­mo­ne frei­setzt, die durch­aus zu einer Ument­schei­dung moti­vie­ren kön­nen. Genau dies ist aber auch der gro­ße Vor­teil gegen­über gewalt­sa­men Metho­den das eige­ne Leben/​Leiden zu been­den.

Es wird auch gezeigt, dass bei guter Betreu­ung und Zuwen­dung, auch ein län­ge­rer Ster­be­pro­zessSter­be­pha­se Als Ster­be­pha­se oder Ster­be­pro­zess wer­den die letz­ten Lebens­stun­den und Tage eines Men­schen bezeich­net, in denen der Kör­per sich auf den Tod vor­be­rei­tet. Die­se Pha­se kann ver­schie­de­ne kör­per­li­che und emo­tio­na­le Ver­än­de­run­gen mit sich brin­gen, wie eine Abnah­me von kör­per­li­chen Funk­tio­nen, Ver­än­de­run­gen im Bewusst­sein und mög­li­cher­wei­se auch einen Rück­zug von der Umwelt. nicht als Belas­tung emp­fun­den wer­den muss, son­dern die letz­te Zeit inten­siv und wür­de­voll gestal­tet und erlebt wer­den kann. Die meis­ten Ange­hö­ri­gen kön­nen dabei ihren Frie­den mit der Ent­schei­dung machen und den Weg als human und respek­ta­bel anse­hen.

Wer es eilig hat, kann auf Sei­te 90 im Buch (130 in Kind­le) mit den Fall­be­spre­chun­gen zu lesen begin­nen, um viel­leicht einen Fall zu fin­den, der der eige­nen Situa­ti­on ähn­lich ist. Die ent­spre­chen­den Fall­be­schrei­bun­gen sind dort refe­ren­ziert und erlau­ben dann tie­fer­ge­hen­de Ein­bli­cke.

Mehr zum Buch beim Kohl­ham­mer Ver­lag …

Angebot

Ihre Patienten­verfügung und die Voll­mach­tenVoll­macht Eine Voll­macht ist ein Doku­ment, das auch form­los erteilt wer­den kann, und aus dem her­vor­geht, wer, in wel­chem Umfang wen, rechts­ge­schäft­lich ver­tre­ten kann. So Bevoll­mäch­tig­te kön­nen ohne rich­ter­li­che Geneh­mi­gung ver­tre­ten. Die Voll­macht soll­te vom Voll­macht­ge­ber mit Datum unter­schrie­ben sein., gege­be­nen­falls mit den Kon­takt­da­ten der von Ihnen ange­ge­be­nen Bevoll­mäch­tig­tenBevoll­mäch­tig­te Ein/​e Bevollmächtigte/​r ist eine vom Voll­macht­ge­ber beru­fe­ne Per­son, die in Ver­tre­tung der Voll­macht­ge­be­rin oder des Voll­macht­ge­bers ent­schei­den bzw. han­deln kann., wer­den für Sie aus­ge­ar­bei­tet und zuge­sandt. Zusätz­lich erhal­ten Sie Erläu­te­run­gen, wie mit die­sen Doku­men­ten zu ver­fah­ren ist und einen Not­fall­hin­weis zum Bei-sich-tra­gen, aus dem her­vor­ge­hen soll­te, wer im Not­fall zu ver­stän­di­gen ist und dass Sie eine Patienten­verfügung haben. Dort kön­nen auch wei­ter­ge­hen­de Anga­ben gemacht wer­den, wie die Kon­takt­da­ten zu Ihrem Haus­arzt, ihre Kran­ken­kas­se, Grund­er­kran­kung, Allergien/​Unverträglichkeiten, benö­tig­te Medi­ka­men­te und mehr.

Für die­se Leis­tung wird um eine Auf­wands­ent­schä­di­gung von 36 Euro gebe­ten. Eine ent­spre­chen­de Rech­nung wird mit­ge­sandt. Wenn Sie den Fra­ge­bo­gen aus­dru­cken und uns per Post zukom­men las­sen, müs­sen wir um eine Auf­wands­ent­schä­di­gung von 48 Euro bit­ten. Bei Fra­gen kön­nen Sie sich an oder tele­fo­nisch an 033208 236784 wen­den.