Wie Krankenkassen beim Betrug in der Pflege zusehen

Sys­te­ma­tisch neh­men Betrü­ger das deut­sche Pfle­ge­sys­tem aus – zulas­ten der Bei­trags­zah­ler. Ein inter­ner Bericht aus dem Gesund­heits­we­sen zeigt nun, dass vie­le Kran­ken­ver­si­che­run­gen die Abzo­cke ein­fach gesche­hen las­sen.

Sys­te­ma­tisch neh­men Betrü­ger das deut­sche Pfle­ge­sys­tem aus – zulas­ten der Bei­trags­zah­ler. Ein inter­ner Bericht aus dem Gesund­heits­we­sen zeigt, dass vie­le Kran­ken­ver­si­che­run­gen die Abzo­cke ein­fach gesche­hen las­sen.

Die Pfle­ge­bran­che ent­wi­ckelt sich zum Para­dies für Betrü­ger. Fal­sche Abrech­nun­gen neh­men dra­ma­tisch zu. In der Ver­gan­gen­heit ent­stan­den noch beim Betrug mit Arz­nei­mit­teln, der größ­te Scha­den. Vie­le Kran­ken­kas­sen haben kaum etwas dage­gen getan, weil die Ermitt­lun­gen sehr auf­wän­dig sind.

Kri­mi­no­lo­gen schät­zen, dass durch Betrug fünf bis zehn Pro­zent im Gesund­heits­we­sen abge­zockt wer­den. Schon zehn Jah­re zuvor hat­te der Bun­des­rech­nungs­hof eine enge­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Kas­sen und dem MDK gefor­dert, um wirk­sa­mer Fehl­ver­hal­ten bekämp­fen zu kön­nen.

Quel­le: SPIEGEL ONLINE ↗ vom 16.10.2018

Durch Übertherapie sterben wir schlechter und früher

In der Serie geht es um die Fra­ge: Wel­che Rol­le das Ster­ben im Leben und in der Gesell­schaft ein­nimmt. Zu viel Behand­lung macht den Tod qual­vol­ler als nötig. Vor­zu­zie­hen wäre im Ster­ben pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Betreu­ung, die sich stär­ker um die Bedürf­nis­se und Sym­pto­me von Men­schen küm­mert, als um ihre Krank­hei­ten.

In der ZEIT-Online Serie »Der Tod ist groß« wird der ange­se­he­ne Pal­lia­tiv­me­di­zi­nerPal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Betreu­ung In der pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Betreu­ung geht es um die Ver­sor­gung von Men­schen mit unheil­ba­ren und weit fort­ge­schrit­te­nen Erkran­kun­gen sowie begrenz­ter Lebens­er­war­tung. Vor­rang haben dabei die Lin­de­rung von Beschwer­den und die Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät. Ärz­te kön­nen dafür Zusatz­aus­bil­dun­gen absol­vie­re und sich dann Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner nen­nen. Gian-Dome­ni­co Bora­zio inter­viewt.

In der Serie geht es um die Fra­ge: Wel­che Rol­le das Ster­ben im Leben und in der Gesell­schaft ein­nimmt. Zu viel Behand­lung macht den Tod qual­vol­ler als nötig. Vor­zu­zie­hen wäre im Ster­ben pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Betreu­ungPal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Betreu­ung In der pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Betreu­ung geht es um die Ver­sor­gung von Men­schen mit unheil­ba­ren und weit fort­ge­schrit­te­nen Erkran­kun­gen sowie begrenz­ter Lebens­er­war­tung. Vor­rang haben dabei die Lin­de­rung von Beschwer­den und die Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät. Ärz­te kön­nen dafür Zusatz­aus­bil­dun­gen absol­vie­re und sich dann Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner nen­nen. , die sich stär­ker um die Bedürf­nis­se und Sym­pto­me von Men­schen küm­mert, als um ihre Krank­hei­ten. Erstaun­li­cher­wei­se wirkt gute Pal­lia­tiv­me­di­zin sogar leben­ver­län­gernd. In einer Stu­die in den USA hat­ten die Pal­lia­tiv­pa­ti­en­ten eine bes­se­re Lebens­qua­li­tät, waren weni­ger depres­siv, beka­men weni­ger Che­mo­the­ra­pie und leb­ten im Schnitt drei Mona­te län­ger. Vie­le Krebs­pa­ti­en­ten bekom­men am Lebens­en­de The­ra­pien, Che­mo­the­ra­pien oder Bestrah­lun­gen, die sie eigent­lich nicht mehr ver­tra­gen. Durch sol­che Über­the­ra­pie ster­ben sie nicht nur schlech­ter, son­dern auch frü­her. Wenn wir die Wahl zwi­schen zwei Extre­men haben, ist es am Lebens­en­de ein­deu­tig bes­ser, unter­ver­sorgt als über­ver­sorgt zu sein! Men­schen soll­ten im All­ge­mei­nen und auch am Lebens­en­de, mög­lichst wenig in Kran­ken­häu­sern sein.

Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner sind die Umsatz­kil­ler schlecht­hin, weil sie am Lebens­en­de, also dort, wo die Gesund­heits­in­dus­trie am meis­ten absahnt, die unbe­que­me Fra­ge stel­len, ob immer alles sinn­voll ist, nur weil es mach­bar ist. Aber die Lob­by­is­ten sind sehr mäch­tig. Sie ver­su­chen die Pal­lia­tiv­me­di­zin zu domes­ti­zie­ren und sie letzt­lich zu einem wei­te­ren phar­ma­freund­li­chen, schmerz­mit­tel­ver­schrei­ben­den Fach zu machen.

Quel­le: ZEIT-Online ↗ vom 02.04.2018

Warum eine Patientenverfügung im Krankenhaus oft nicht wirkt

Es kommt regelmäßig vor, dass Patientenverfügungen missachtet werden

Ein voll­stän­dig aus­ge­füll­tes Pati­en­ten­ver­fü­gungs­for­mu­lar ist jedoch lei­der kein GarantGaran­ten­pflicht Garan­ten­pflicht bezeich­net im Straf­recht die Pflich­ten, dafür ein­zu­ste­hen, dass ein bestimm­ter tat­be­stand­li­cher Erfolg nicht ein­tritt. Sie ist Vor­aus­set­zung für eine Straf­bar­keit wegen Unter­las­sens, soweit es sich um ein soge­nann­tes unech­tes Unter­las­sungs­de­likt han­delt. Die ver­pflich­te­te Per­son heißt Garant. Wiki­pe­dia dafür, dass sie auch hand­lungs­wei­send wird. Pfle­ge­un­ter­neh­men sind immer wie­der bereit, gegen Pati­en­ten­ver­fü­gun­gen zu ver­sto­ßen, wie aus einer bun­des­wei­ten Umfra­ge des Pal­lia­tiv­me­di­zi­ners Mat­thi­as Thöns her­vor­geht. Von 155 Pfle­ge­diens­ten, die auf sei­ne schrift­li­che Anfra­ge geant­wor­tet hat­ten, erklär­ten sich 140 bereit, einen unheil­bar kran­ken Pati­en­ten, gegen den in sei­ner Pati­en­ten­ver­fü­gung doku­men­tier­ten Wil­len, mit künst­li­cher Beatmung am Leben zu erhal­ten. „Das spricht sehr für die Ver­mu­tung, dass weder Pati­en­ten­wil­le noch Pati­en­ten­wohl bei der Fort­set­zung der Beatmung aus­schlag­ge­bend waren“, kom­men­tiert Mat­thi­as Thöns. Es sei­en nicht zuletzt wirt­schaft­li­che Fehl­an­rei­ze, die zu sol­chen „Ange­bo­ten“ führ­ten. Die außer­kli­ni­sche Inten­siv­pfle­ge in Hei­men, Beatmungs-WGs (meh­re­re Pati­en­ten woh­nen zusam­men in einer Woh­nung und wer­den dort dau­er­haft beatmet) und Zuhau­se gilt als größ­ter Wachs­tums­markt im Gesund­heits­we­sen. Im Jahr 2003 wur­den 500 Pati­en­ten, im Jahr 2015 schon 15.000 Pati­en­ten inva­siv beatmet, bei jähr­li­chen Kos­ten von 250.000 bis 360.000 Euro pro Pati­ent.

Quel­le: www.quarks.de ↗

Selbstbestimmung durch Vorsorge

Individuelle Vorsorge für ein humanes, würdevolles und selbstbestimmtes Lebensende

Mit einer Pati­en­ten­ver­fü­gung kön­nen wir fest­le­gen, wann wir an einer Erkran­kung lie­ber natür­lich verster­ben wol­len. Sie kommt nur zur Anwen­dung, wenn wir nicht mehr sel­ber ent­schei­den kön­nen. Solan­ge wir das noch ein­sichts­voll kön­nen, gilt, was wir kom­mu­ni­zie­ren, und das kann etwas ganz ande­res sein, als was die Pati­en­ten­ver­fü­gung aus­sagt.

Die Ent­wick­lung der Medi­zin hat dazu geführt, dass das Ster­ben immer mehr mit Behand­lungs­ent­schei­dun­gen ver­bun­den ist. Dazu sagt der Pal­lia­tiv­me­di­zi­nerPal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Betreu­ung In der pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­schen Betreu­ung geht es um die Ver­sor­gung von Men­schen mit unheil­ba­ren und weit fort­ge­schrit­te­nen Erkran­kun­gen sowie begrenz­ter Lebens­er­war­tung. Vor­rang haben dabei die Lin­de­rung von Beschwer­den und die Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät. Ärz­te kön­nen dafür Zusatz­aus­bil­dun­gen absol­vie­re und sich dann Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner nen­nen. Gian Dome­ni­co Bor­a­sio, dass es eine all­ge­gen­wär­ti­ge Über­the­ra­pie am Ende des Lebens gibt und das trotz erstaun­lich vie­ler Par­al­le­len zwi­schen Geburts- und Ster­be­vor­gang. Bei­des sind phy­sio­lo­gi­sche Vor­gän­ge, für wel­che die Natur Vor­keh­run­gen getrof­fen hat, damit sie mög­lichst gut ablau­fen. In den meis­ten Fäl­len ist es am bes­ten, wenn sie durch ärzt­li­che Ein­grif­fe wenig gestört wer­den.

Der Pal­lia­tiv­me­di­zi­ner Mat­thi­as Thöns schreibt dazu: „Die Pro­ble­ma­tik der Über­the­ra­pie betrifft direkt oder indi­rekt bis zu 75 % der Ster­ben­den. Sie schürt in der Bevöl­ke­rung Ängs­te und Miss­trau­en gegen­über einer als öko­no­mi­siert wahr­ge­nom­me­nen Medi­zin, bei der im Zwei­fel die ›Lebens­ver­län­ge­rung um jeden Preis‹ (den Aus­druck kann man wört­lich neh­men) den Vor­rang hat. Die Angst vor Über­the­ra­pie, also vor dem Aus­ge­lie­fert-Sein an eine als unmensch­lich emp­fun­de­ne Gesund­heits­in­dus­trie, ist ein wich­ti­ger Fak­tor für die Bit­te um Sui­zid­hil­fe und eines der größ­ten Pro­ble­me unse­res Gesund­heits­sys­tems.“

Wir müs­sen uns über­le­gen, was noch getan wer­den soll, wenn kör­per­li­che und/​‌oder geis­ti­ge Beein­träch­ti­gun­gen ein­tre­ten. Wie lan­ge soll gegen das Ster­ben ange­kämpft wer­den? Wie viel Ein­bu­ße von Lebens­qua­li­tät und Gebrech­lich­keit bin ich bereit, für eine even­tu­el­le Lebens­ver­län­ge­rung zu akzep­tie­ren? Was will ich in mei­nem Leben noch erle­ben und wann bin ich lebens­s­att und bereit zu ster­ben?

Eine Pati­en­ten­ver­fü­gung hat allein kei­ne siche­re Wir­kung. Es braucht immer Ver­trau­ens­per­so­nen, die für deren Beach­tung (not­falls gericht­lich) ein­tre­ten. In Deutsch­land ist nie­mand auto­ma­tisch bevoll­mäch­tigt (auch Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge nicht!), wes­halb wir anbie­ten, für Sie Voll­mach­tenVoll­macht Eine Voll­macht ist ein Doku­ment, das auch form­los erteilt wer­den kann, und aus dem her­vor­geht, wer, in wel­chem Umfang wen, rechts­ge­schäft­lich ver­tre­ten kann. So Bevoll­mäch­tig­te kön­nen ohne rich­ter­li­che Geneh­mi­gung ver­tre­ten. mit­zu­er­stel­len. Selbst wenn Sie nie­man­den haben, kön­nen Sie einen Betreu­ungs­ver­ein beauf­tra­gen, wenn nötig dann für Sie einen Betreu­erBetreu­er Vom Betreu­ungs­ge­richt bestell­ter recht­li­cher Ver­tre­ter; in der Regel Berufs­be­treu­er, die für Ihre Arbeit bezahlt wer­den. vor­zu­schla­gen.

Die Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Sterb­lich­keit lohnt sich, um für das Ende bes­ser vor­sor­gen zu kön­nen. Nach der Erstel­lung der Vor­sor­ge­do­ku­men­te sind Sie in der Lage, bewuss­ter und inten­si­ver zu leben, sodass Sie, wenn Sie dann irgend­wann lebens­s­att (oder lei­dens­s­att) sind, das Leben bes­ser los­las­sen kön­nen. Dafür ist eine indi­vi­du­ell-kon­kre­te Pati­en­ten­ver­fü­gung die bes­te Vorsorge, für die Sie hier Ihre Festlegungen aus­wäh­len kön­nen.