Patientensorge

Sorge? Vorsorgen. Selbstbestimmt!


Sorge?    Hier kann vorgesorgt werden ...    Selbstbestimmt!

Auswahlbogen zur Erstellung einer individuell-konkreten Patientenverfügung

Wenn Sie diesen Auswahlbogen lieber auf Papier ausarbeiten möchten, können Sie hier eine PDF-Datei herunterladen und ausdrucken.

Für den Fall, dass ich meinen Willen nicht mehr bilden oder äußern kann und eine der folgenden (relativ) aussichtslosen Situationen eingetreten ist, bestimme ich, dass mir durch liebevolles Unterlassen ermöglicht wird, würdevoll und natürlich zu sterben. Dann sollen keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr erfolgen. Insbesondere damit einhergehende Belastungen möchte ich mir ersparen. Ein Sterben wird dann von mir gewünscht bzw. in Kauf genommen, mein Leben/Sterben darf dann nicht verlängert werden:

1. Wenn ich mich im Sterbeprozess befinde bzw. im Endstadium einer zum Tode führenden Erkrankung, oder der Ausfall lebenswichtiger Körperfunktionen eintritt, auch wenn der Todes­zeit­punkt noch nicht absehbar ist.

2. Wenn ich in Folge einer schweren Gehirnschädigung mein Bewusstsein verloren habe und dies – mit großer Wahr­schein­lich­keit – un­wieder­bringlich ist (Dauerkoma). Es ist mir bewusst, dass ein Aufwachen nicht auszuschließen ist, aber mit der Dauer immer unwahr­schein­licher wird (Sie können im Folgenden einzelne oder auch alle Optionen wählen):

Bei schwerer Gehirnschädigung soll das Warten auf Wiedererlangen von Einwilligungsfähigkeit beschränkt werden auf .

3. Wenn ich aufgrund eines weit fortgeschrittenen Hirn-Abbauprozesses (z. B. einer Demenz oder Alzheimer-Erkrankung) trotz Hilfestellung nicht mehr auf natürliche Weise zu mir nehmen kann oder will.

4. Wenn körperliche Dauer­schädigungen mit bleibender Bettlägerigkeit bzw. vorliegen (z. B. nach Unfall oder Organversagen),

 

Festlegungen für die oben genannten/gewählten oder ähnliche Situationen

In den oben genannten/gewählten Situationen sollen keine lebensverlängernden Maß­nah­men mehr erfolgen. Insbesondere damit einhergehende Belastungen möchte ich mir ersparen. Ein Sterben wird dann von mir ge­wünscht bzw. in Kauf ge­nom­men. Das bedeutet bei Einwilligungsunfähigkeit konkret:

  • Keine lebenserhaltenden Eingriffe und Behandlungen wie Operation, Amputation, Dialyse mehr.
  • Keine künstliche Beatmung mehr, eine bereits eingeleitete muss unter palliativmedizinischer Betreuung eingestellt werden.
  • Keine Wiederbelebungsversuche.

 

5. In den oben genannten/gewählten Situationen wünsche ich keine künstliche Ernährung mehr, unabhängig von der Form (Magensonde durch Bauchdecke oder durch Nase, ebenso wenig wie Kalorienzufuhr durch venöse Zu­gän­ge).

6. Wenn Schmerzen, Atemnot oder sonstige quälende Beschwerden am Lebensende anders nicht hin­reichend zu lindern sind, stimme ich der Gabe auch solcher Mittel zu, die mich sehr müde machen und/oder zu Benommenheit führen können.

Es kann sich z. B. auch um stabilisierende Herzmittel handeln. Lebens­ver­län­gern­de und lindernde Wirkungen sind oft nicht voneinander abzugrenzen. Auch bei diesem Punkt geht es ausschließlich um die oben genannten/gewählten Situationen.

 

ODER:

ODER:

 

7. Sonderfälle, die erst beachtet werden können, wenn Sie bereits betreut werden (Sie können mehrere Optionen wählen, beachten Sie aber das ODER!):

 

ODER:

ODER:

 

 

9. Ich möchte dort sein, wo meine Würde, Versorgung und Selbstbestimmung am besten gewahrt sind (Sie können alle Optionen wählen):

10. Organentnahme:

Die folgende Erlaubnis kommt erst nach Ihrem Tod zum Tragen:

11. Selbstbestimmtes Sterben (Sie können alle Optionen wählen):

12. Schlussbestimmungen (Sie können alle Optionen wählen):


Vertrauensperson(en), die meinen Willen zur Geltung bringen sollen

A. Bevollmächtigte(r):




B. Bevollmächtigte(r):




C. Bevollmächtigte(r):




Weitere Vorsorgeformulare erwünscht?

 




Dringlichkeit zur Bearbeitung meiner Dokumente

Verfügende/r

Die Vorsorgemappe mit Patientenverfügungen, Vollmachten und anderen Vorsorgedokumenten werden für Sie bzw. diese Person ausgestellt und an die angegebene Adresse geliefert.
Daneben erhalten Sie eine Rechnung über die einmalige Aufwandsentschädigung von 48 Euro:

Frau/Herr


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Senden Sie den ausgefüllten und unterschriebenen Auswahlbogen komplett an diese Anschrift:
Frank Spade

Projekt Patientensorge
c/o Frank Spade
14476 Potsdam, Tschudistraße 8 B

033208 236784

Online: 2020–2022
 



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Datum und Unterschrift des Auftraggebers

Betrifft i. d. R. plötzliche schwere Gehirn­schädigungen (z. B. nach Unfall mit Kopf­verletzung, Schlaganfall, Infarkt oder Sauerstoff­mangel im Gehirn). Die schwerste Form ist ein wahrscheinlich unwieder­bringlicher Verlust des Bewusst­seins durch Ausfall der Großhirn­funktion (Dauerkoma). Patient*innen im Koma reagieren nicht auf Reize und eine künst­liche Ernährung ist lebens­notwenig. Dabei bleiben Organ­funktionen wie Atem-, Darm- und Nieren­tätigkeit meist erhalten. Besonders bei Jüngeren können sich günstige Entwick­lungen einstellen, je nach Ursache des Komas etwa bis zu 3, 6 oder auch nach 12 Monaten – doch mit zunehmender Dauer kaum ohne blei­bende (Mehrfach-)Schädigungen. Längst nicht alle hirn­geschädigten Patient*innen bleiben oder sind komatös. Sie können auch »nur« geistig schwer behindert und aufgrund dessen unfähig sein, Einsichten zu gewinnen und mit anderen Menschen – i. d. R. sprachlich – in Kontakt zu treten. Aber sie reagieren durchaus auf Reize, haben Empfin­dungen, können ggf. schlucken, lernen sich zu bewegen und ein­fache Worte sprechen. In den ersten sechs bis acht Wochen bestehen die besten Aus­sichten auf Rehabilitations­erfolge. Vielleicht kann sogar ein weitgehend eigen­ständiges Leben wiedererlangt werden.
Es handelt sich dabei häufig um Zustände von Dauerbewusstlosigkeit oder um wach­ko­ma­ähn­liche Krankheitsbilder, die mit einem voll­ständigen oder weitgehenden Ausfall der Groß­hirn­funktionen (des Bewusst­seins) ein­her­ge­hen. Dies gilt für direkte Ge­hirn­schä­di­gun­gen z. B. durch Kopf­ver­let­zung ebenso wie für indirekte z. B. nach Wiederbelebung. In seltenen Fällen können sich auch bei Ko­ma­pa­ti­en­ten nach Jahren noch günstige Ent­wick­lun­gen einstellen. Eine sichere Vor­aus­sa­ge, ob die betroffene Person zu diesen wenigen gehören wird oder zur Mehrzahl derer, die ihr Leben lang im Koma betreut werden müssen, ist bislang nicht möglich.
Betrifft nicht rück­führbare Gehirn­schädigungen infolge eines Hirn­abbau­prozesses, wie sie am häufigsten bei Demenz(z. B. Alz­heimer’sche Erkrankung) eintreten. Im weit fort­geschrit­tenen »End­stadium« ist der Kranke völlig bett­lägerig, kann nahe Angehörige gar nicht mehr erkennen und trotz Hilfe­stellung keine Nahrung und Flüssig­keit auf natür­liche Weise mehr sich zu nehmen.
Krankheits­symptome für dieses Demenz­stadium können individuell sehr unter­schiedlich sein: Persönlich­keitsstörungen, Angst oder stress­bedingte Aggression, Namen nahe­stehender Angehöriger nicht mehr erinnern, starke Desorien­tierung. Insbe­sondere wenn die eigenen geistigen Defizite selbst gar nicht mehr wahr­genommen werden, vermag der Betroffene noch durchaus positive Gefühle zu empfinden. Er kann Freude am Leben (in seiner eigenen Welt) haben oder auch am Essen (sofern er oder sie es ggf. noch mit Genuss zu sich nehmen kann).
Maßnahmen zur Wiederbelebung sind nie leidens­mindernd, sondern dienen aus­schließ­lich dem Versuch der Lebens­rettung. Pro Minute, die bis zum Beginn der Wieder­belebung verstreicht, verringert sich die Überlebens­chance um etwa 10 %. Wenn der Herz-Kreislauf­stillstand länger als 5 Minuten zurückliegt, muss mit immer schwer­wiegenderen Dauer­schädigungen des Gehirns gerechnet werden (Über­leben im Koma). Denn das besonders empfindliche Gehirn­gewebe ist bei Sauer­stoff­mangel eher irrepa­rabel geschädigt als andere Organe. Wieder­belebung absolut zu untersagen, kann für einen hoch­betagten oder sehr schwer kranken Menschen in Frage kommen, der sich auch unter keinen Umständen mehr operieren lassen will. Im Rahmen von (noch) geplanten medizin­ischen Ein­griffen kommt es gelegent­lich zu kurz­fristigen Problemen, die sich durch eine sofortige Wieder­belebungs­maßnahme ohne Folge­schäden beheben lassen. Diese kann im Vorgespräch mit dem Operateur unabhängig von der Patientenverfügung erlaubt werden. Für eine geplante Operation sollte die Patientenverfügung nicht mit ins Krankenhaus genommen werden.
Eine fachgerechte palliativ­medizinische Behandlung einschließ­lich der Gabe von Morphin wirkt in der Regel nicht lebens­verkürzend und auch nicht bewusstseins­dämpfend. Meist werden umgekehrt durch die relativ gute Kontrollier­barkeit von Tumor­schmerzen bei Krebs­patienten »neue Lebens­geister« geweckt. Doch bei vielen anderen quälenden und nur schwer beherrsch­baren Symptomen, insbesondere bei Atemnot und Erstickungs­angst, ist eine höhere Dosierung von Schmerz- und Beruhigungs­mitteln notwendig. Wenn die angezeigte »herkömm­liche« Palliativ­behandlung an Grenzen stößt, können auch Narkotika zu einer sog. Sedierung (zu Bewusstseins­dämpfung oder vorüber­gehendem Tief­schlaf) ein­gesetzt werden.
In besonderen Not­fällen ist das Risiko einer – ärztlicher­seits unbe­absichtigten – Verkürzung der ver­bleibenden Lebens­zeit nicht aus­geschlossen. Wenn dies in Kauf genommen wird, sollte zur Rechts­sicherheit des Arztes dieser Passus in der Patienten­verfügung enthalten sein.
Das Stillen von Hunger und Durst als sub­jek­tive Empfindungen gehört zu jeder lindernden Therapie. Viele schwerkranke Menschen ha­ben allerdings kein Hun­ger­ge­fühl; dies gilt praktisch ausnahmslos für Sterbende und wahrscheinlich auch für Patienten im Dauerkoma.
Das Durstgefühl ist bei Schwerkranken zwar länger vorhanden, kann aber am besten durch Anfeuchten der Atemluft und durch fach­ge­rech­te Mundpflege gelindert werden. Die Zu­fuhr insbe­sondere von großen Flüs­sig­keits­men­gen bei Sterbenden gilt eher als schäd­lich, weil sie zu Beschwerden infolge von Was­ser­an­samm­lung führen kann.
Bitte beachten Sie, dass Sie bei Unfähigkeit Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise aufzunehmen ab ca. fünf Wochen eine Magensonde erforderlich werden könnte.
Als Sterbeprozess werden die letzten bis zu 7 Tage des Lebens angesehen.
Bevollmächtigte(r), eine Vertrauens­per­son, die Sie schriftlich bevollmächtigt haben Ihre Interessen zu vertreten. Musterformulare für die Bestimmung Ihrer Bevollmächtigten kön­nen Sie unter dem Menüpunkt Vor­sor­ge­for­mu­la­re herunterladen (wenn Sie hier klicken öffnet sich die Seite in einem neuen Fens­ter; nach dem Schließen des Fens­ters sind Sie wieder auf dieser Seite).
Vgl. § 3 Abs. 2 des Transplantations­gesetzes:
(2) Die Entnahme von Organen ist unzulässig, wenn
1. die Person, deren Tod festgestellt ist, der Organ­entnahme wider­sprochen hatte,
2. nicht vor der Entnahme bei dem Organ­spen­der der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamt­funktion des Groß­hirns, des Klein­hirns und des Hirn­stamms nach Ver­fah­rens­regeln, die dem Stand der Erkennt­nisse der medi­zini­schen Wissen­schaft ent­sprechen, festgestellt ist.
Ein Notarzt wäre verpflichtet wiederbelebende Maßnahmen einzuleiten. Die Benachrichtigung des Haus- oder Bereitschaftsarztes wäre in den unter A genannten Situationen vorzuziehen.
Bei Herz-Kreislauf-Stillstand steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Gehirnschädigung durch Sauerstoffmangel stetig an (nach fünf Minuten auf über 50 %) nur noch im so genannten vegetativen Stadium zu überleben.
Die Ablehnung von Intensivmedizin kann nur wirken, wenn sie bekannt ist, bevor die Notwendigkeit dafür eintritt. Solange Sie noch am öffentlichen Leben selbstbestimmt teilhaben, kann sie also nicht sofort wirken. Wenn Sie aber nach einem Unfall intensivmedizinisch behandelt werden müssen und Ihre Bevollmächtigten kommen zu der Einsicht, dass Sie in diesem Zustand nicht weiterleben wollen würden, kann mit dieser Festlegung die Einstellung weiterer lebenserhaltender Maßnahmen durchgesetzt werden.
Die Ablehnung von Wiederbelebungsmaßnahmen kann nur wirken, wenn sie bekannt ist, bevor die Notwendigkeit dafür eintritt. Solange Sie noch am öffentlichen Leben selbstbestimmt teilhaben, kann sie also nicht sofort wirken. Wenn Sie aber wiederbelebt wurden und das Bewusstsein nicht wiedererlangt haben, und Ihre Bevollmächtigten zu der Überzeugung kommen, dass Sie in diesem Zustand nicht weiterleben wollen würden, kann mit dieser Festlegung die Einstellung weiterer lebenserhaltender Maßnahmen durchgesetzt werden. Wenn Sie dagegen bereits betreut werden und die Ablehnung bekannt ist, müsste sie beachtet werden.
ECMO steht für Extrakorporale Membranoxygenierung, das ist eine externe Sauerstoffanreicherung des Blutes ohne aggressive Beatmung (ähnlich Dialyse).
Irreversibler, d. h. unumkehrbarer Ausfall der gesamten Hirnfunktionen.